JURISTISCHE GESELLSCHAFT

FÜR OBER- UND UNTERFRANKEN E.V.

 

Geschichte

36 hochrangige Persönlichkeiten aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, allen juristischen Berufen sowie den Medien aus Ober- und Unterfranken, dazu Rechtslehrer von den Universitäten Bamberg, Bayreuth und Würzburg gründeten am 8. Dezember 2003 in  Bamberg die Juristische Gesellschaft für Ober- und Unterfranken. Nach der Münchner Juristischen Gesellschaft, der Juristischen Gesellschaft für Mittelfranken zu Nürnberg und der Augsburger Juristischen Gesellschaft sowie der Juristischen Studiengesellschaft in Regensburg entstand somit in Bayern ein 5. Zusammenschluss von Juristen aller Berufsgruppen mit mindestens einem 1. Staatsexamen. Zweck der inzwischen im Vereinsregister eingetragenen und als gemeinnützig anerkannten Vereinigung ist, rechtliche Fragen aller Art im Kreise von Juristen aus verschiedenen Berufszweigen wissenschaftlich zu behandeln. Dies geschieht nach dem Vorbild der genannten und vieler weiterer Juristischen Gesellschaften in Deutschland durch Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen, die zugleich dem näheren Kennenlernen der verschiedenen Juristenberufe im Staat und in der Gesellschaft dienen sollen (Näheres unter Satzung)

Im Unterschied zu den bereits bestehenden Juristen-Vereinigungen deckt die Juristische Gesellschaft für Ober- und Unterfranken e.V.  -  wie schon der Name sagt  -  zwischen Aschaffenburg und Pegnitz, Hof und Forchheim über zwei  Regierungsbezirken hinweg ein flächenmäßig weites Gebiet ab. Deshalb wurde auch eine neue Struktur gewählt: Sitz der Gesellschaft ist zwar Bamberg als Sitz der Rechtsanwaltskammer, des Oberlandesgerichts und der Generalstaatsanwaltschaft. Nach der Satzung können und sollen unter dem gemeinsamen Dach des Vereins in den größeren Städten der Region sog. Sektionen als Untergliederungen mit eigenen Aktivitäten gegründet werden (vgl. §§ 4, 8, 9  der
Satzung).

Wer Interesse an einer Mitgliedschaft hat, kann sich der auf dieser Web-Seite abgedruckten
Beitrittserklärung bedienen. Wir freuen uns über jedes neue Mitglied,  das das Anliegen der Gesellschaft  unterstützt.

Wie erfolgreich sich die neu gegründete Juristische Gesellschaft für Ober- und Unterfranken entwickelt hat, zeigt die Tatsache, dass bereits im Mai 2005 das 200. Mitglied begrüßt werden konnte.

Die neu gegründete Juristische Gesellschaft ist für die Stadt Bamberg freilich kein absolutes Novum. Bereits am 6. November 1947 gründete der in Bamberg bestens bekannte und hoch geschätzte Dr. Thomas Dehler, nach dem Krieg zunächst Generalstaatsanwalt in Bamberg, anschließend zweiter Präsident des Oberlandesgerichts Bamberg und später Bundesjustizminister, eine Juristische Gesellschaft. Diese setzte sich nach den auch geistigen Verwüstungen des 3. Reichs das Ziel, „in gemeinsamer Arbeit Fragen zu erörtern, deren Klärung wieder zu einem klaren Fühlen und Denken im Rechtsstand beitragen könne“. Dieser Verein war äußerst rührig, wie die vorliegenden Unterlagen belegen. Leider brechen diese aber abrupt 1953 ab, so dass über das weitere Schicksal der damaligen Juristischen Gesellschaft nichts bekannt ist.

Die nunmehr, genau 50 Jahre nach der Nachkriegsgründung ins Leben gerufene Juristische Gesellschaft für Ober- und Unterfranken e.V. ist stolz, Nachfolgerin  einer Vereinigung zu sein, die damals von Bamberger Persönlichkeiten gegründet wurde, die später das Rechtsleben im Nachkriegsdeutschland so nachhaltig mit geprägt haben, wozu neben dem bereits genannten Thomas Dehler auch Hermann Weinkauff zählt, zur Zeit der Gründung Landgerichtspräsident von Bamberg, später Nachfolger Dehlers als Oberlandesgerichtspräsident und schließlich von 1. 10. 1950 bis 31. 3. 1960 Präsident des Bundesgerichtshofs. Standen damals in der Juristischen Gesellschaft Fragen des Wiederaufbaus geordneter Rechtsverhältnisse im Vordergrund, sind es heute Rechtsfragen, die im Zusammenhang mit gewaltigen Umwälzungen unserer Lebensbedingungen stehen, man denke nur an die  Osterweiterung, Globalisierung, internationale Verbrechensbekämpfung, Bioethik und vieles mehr. Zu allen  diesen Themen will die neu gegründete Juristische Gesellschaft für Ober- und Unterfranken e.V. mit Referaten und Diskussionen einen Beitrag leisten.

Meisenberg, Ehrenvorsitzender
Präsident des Oberlandesgerichts Bamberg a.D.
Gründungsprotokoll   Mitgliedschaft